Marilyn Monroe (1. Juni 1926 – 4. August 1962), geboren als Norma Jeane Mortenson, war eine amerikanische Filmschauspielerin, Produzentin und Sängerin. Sie wurde in den 1950er-Jahren zu einem der größten Stars Hollywoods und gilt als prägende Figur der Popkultur, deren Karriere das Bild der naiven Blondine nachhaltig formte.
Im Herbst 1944 steht eine junge Frau an einer Werkbank in einer Rüstungsfabrik in Burbank. Sie prüft Fallschirme. Ihr Name ist Norma Jeane Dougherty. Ein Armeefotograf namens David Conover, beauftragt, die Arbeitsmoral an der Heimatfront zu dokumentieren, entdeckt sie. Er sieht nicht nur eine Arbeiterin, sondern ein Gesicht, das die Kamera liebt. Er macht eine Reihe von Aufnahmen. Diese Bilder werden der Ausgangspunkt für eine der schnellsten und zugleich tragischsten Karrieren, die Hollywood je gesehen hat. Die Frau an der Werkbank wird bald nicht mehr Norma Jeane sein. Die Welt wird sie als Marilyn Monroe kennenlernen.
Ihre Existenz war ein Oszillieren zwischen dem projizierten Bild des Sex-Symbols und dem Streben einer ernsthaften Künstlerin nach Anerkennung.
Inhalt (5)
| Jahr | Film / Stück | Rolle / Funktion | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1953 | Niagara | Rose Loomis | Erste Hauptrolle als Femme fatale; etablierte ihr öffentliches Bild. |
| 1953 | Blondinen bevorzugt | Lorelei Lee | Prägende Rolle, die sie als Star der Musical-Komödie festigte. |
| 1953 | Wie angelt man sich einen Millionär? | Pola Debevoise | Erster Film in Cinemascope; ein großer kommerzieller Erfolg. |
| 1955 | Das verflixte 7. Jahr | Das Mädchen | Enthält die berühmt gewordene Szene über dem U-Bahn-Schacht. |
| 1956 | Bus Stop | Chérie | Erste Rolle nach dem Studium am Actors Studio; erhielt Kritikerlob. |
| 1959 | Manche mögen’s heiß | Sugar Kane Kowalczyk | Gewann den Golden Globe; gilt als eine der besten Komödien. |
| 1961 | Misfits – Nicht gesellschaftsfähig | Roslyn Taber | Letzter vollendeter Film; Drehbuch von Arthur Miller. |
Norma Jeane: Eine Kindheit ohne Halt
Geboren am 1. Juni 1926 in Los Angeles als Norma Jeane Mortenson, war ihre Kindheit von Instabilität geprägt. Ihre Mutter Gladys Pearl Baker litt an psychischen Problemen, was zu Aufenthalten in Pflegefamilien, darunter bei den Bolenders, und einem Waisenhaus führte.
Das Leben begann für sie unter einem unsicheren Stern. Ihre Mutter, Gladys Baker, eine Filmcutterin bei RKO Pictures, war psychisch labil und konnte sich nicht um ihre Tochter kümmern. Norma Jeane wurde wenige Tage nach ihrer Geburt bei den Pflegeeltern Albert und Ida Bolender in Hawthorne untergebracht. Sieben Jahre verbrachte sie dort. Diese Phase endete jäh, als Gladys ihre Tochter 1933 zu sich holte, nur um kurz darauf einen schweren psychischen Zusammenbruch zu erleiden, der zu ihrer Einweisung in eine Heilanstalt führte. Für Norma Jeane begann eine Odyssee durch das Sozialsystem.
Sie wurde zur Sozialwaise. Das Jugendamt brachte sie zunächst bei Freunden der Mutter unter, dann für fast zwei Jahre in ein Waisenhaus in Los Angeles. Diese Erfahrung beschrieb sie später als zutiefst traumatisierend, ein Gefühl des Verlassenseins, das sie nie wieder losließ. Grace McKee, eine Freundin ihrer Mutter, übernahm 1935 die Vormundschaft. Grace weckte in dem Mädchen die Liebe zum Kino, zu Jean Harlow und Clark Gable. Um einer erneuten Rückkehr ins Waisenhaus zu entgehen, arrangierte Grace eine Ehe. Am 19. Juni 1942, kurz nach ihrem 16. Geburtstag, heiratete Norma Jeane den fünf Jahre älteren Nachbarn James Dougherty. Sie verließ die High School ohne Abschluss. Die Ehe war ein Zweckbündnis. Eine Flucht.
Der Aufstieg zum globalen Phänomen
Ihre Karriere begann 1945 als Fotomodell, nachdem sie in einer Rüstungsfabrik entdeckt wurde. 1946 unterzeichnete sie einen Vertrag bei 20th Century Fox und nahm den Künstlernamen Marilyn Monroe an. Der Durchbruch gelang ihr 1953 mit Filmen wie „Niagara“ und „Blondinen bevorzugt“.

Als James Dougherty 1944 zur Handelsmarine eingezogen wurde, begann Norma Jeane in der Radioplane Munitions Factory zu arbeiten. Die dort entstandenen Fotos für das Magazin YANK führten zu einem Vertrag mit der Modelagentur The Blue Book Agency. Sie ließ ihre brünetten Haare blond färben. Ein entscheidender Schritt zur Schaffung ihrer Persona. Schnell wurde sie zu einem gefragten Pin-up-Modell. Der Agent Ben Lyon von 20th Century Fox verschaffte ihr 1946 Probeaufnahmen und einen Halbjahresvertrag als Vertragsspielerin. Das Studio-System verlangte einen neuen Namen: Marilyn, nach dem Broadway-Star Marilyn Miller, und Monroe, der Geburtsname ihrer Mutter. Die Ehe mit Dougherty wurde geschieden.
Die ersten Jahre waren mühsam. Sie erhielt kleine Rollen, wurde aber nach einem Jahr wieder entlassen. Der einflussreiche Agent Johnny Hyde erkannte ihr Potenzial und vermittelte ihr Rollen in „Asphalt-Dschungel“ (1950) und „Alles über Eva“ (1950). In diesen kurzen Auftritten zeigte sich eine Leinwandpräsenz, die unübersehbar war. Sie stahl jede Szene. Das Jahr 1953 wurde zu ihrem Erfolgsjahr. In dem in Technicolor gedrehten Thriller „Niagara“ spielte sie eine berechnende Femme fatale und wurde über Nacht zum Star. Es folgten die Komödien „Blondinen bevorzugt“ und „Wie angelt man sich einen Millionär?“, die ihr Image der naiven Blondine zementierten. Der Film „Das verflixte 7. Jahr“ (1955) lieferte mit der Szene, in der ihr weißes Kleid über einem U-Bahn-Schacht aufwirbelt, eines der bekanntesten Bilder der Filmgeschichte.
Der Bruch mit dem Studio-System
Unzufrieden mit ihrem Image und den Rollenangeboten, verließ Monroe 1954 Hollywood und zog nach New York. Sie gründete ihre eigene Produktionsfirma, Marilyn Monroe Productions, und studierte am Actors Studio unter Lee Strasberg, um ihre schauspielerischen Fähigkeiten zu vertiefen.

Hinter der glänzenden Fassade wuchs die Frustration. Marilyn Monroe verachtete die eindimensionalen Rollen, die ihr 20th Century Fox aufzwang. Sie wollte als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen werden. Ihre kurze, turbulente Ehe mit dem Baseball-Star Joe DiMaggio, die 1954 nur neun Monate hielt, erhöhte den öffentlichen Druck. Ende 1954 traf sie eine radikale Entscheidung: Sie brach ihren Vertrag mit Fox und zog nach New York. Es war ein Akt der Rebellion gegen das mächtige Studio-System.
Unvollkommenheit ist Schönheit, Wahnsinn ist Genialität und es ist besser, absolut lächerlich als absolut langweilig zu sein.
In New York suchte sie die künstlerische Erneuerung. Sie begann ein intensives Studium am Actors Studio unter der Leitung von Lee Strasberg. Hier lernte sie die Prinzipien des Method Acting, einer Schauspieltechnik, die auf emotionaler Authentizität basiert. Strasberg und seine Frau Paula wurden zu wichtigen Mentoren. Zur gleichen Zeit vertiefte sie ihre Beziehung zum Dramatiker Arthur Miller, einer intellektuellen Figur, die das genaue Gegenteil ihres Hollywood-Images verkörperte. Sie heirateten 1956. Ihr neues Selbstbewusstsein zeigte sich in ihrer nächsten Rolle in „Bus Stop“ (1956), für die sie von Kritikern hochgelobt wurde. Mit ihrer eigenen Firma produzierte sie „Der Prinz und die Tänzerin“ (1957) an der Seite von Laurence Olivier. Der Höhepunkt dieser Phase war Billy Wilders Komödie „Manche mögen’s heiß“ (1959). Ihre Darstellung der Sugar Kane brachte ihr einen Golden Globe ein und bewies ihr komödiantisches Timing.
Die letzten Jahre in Brentwood
Die letzten Lebensjahre waren von persönlichen Krisen, gesundheitlichen Problemen und einer zunehmenden Abhängigkeit von Medikamenten geprägt. Ihr letzter vollendeter Film, „Misfits“ (1961), wurde von ihrem damaligen Ehemann Arthur Miller geschrieben. Die Ehe zerbrach kurz nach den Dreharbeiten.
Die Ehe mit Arthur Miller endete 1961 im Scheitern. Die Dreharbeiten zu „Misfits“, dessen Drehbuch Miller für sie geschrieben hatte, waren von Spannungen und Monroes sich verschlechterndem Gesundheitszustand überschattet. Der Film spiegelte die Desillusionierung der Hauptdarstellerin wider. Sie litt zunehmend unter Depressionen, Schlaflosigkeit und einer Abhängigkeit von Barbituraten und Amphetaminen. Ihre Unpünktlichkeit und ihr Verhalten an Filmsets wurden notorisch. Ein letztes Filmprojekt, „Something’s Got to Give“, wurde 1962 wegen ihrer ständigen Abwesenheit abgebrochen.
In dieser Phase ihres Lebens suchte sie Halt in neuen Beziehungen, darunter die viel diskutierten Verbindungen zu Präsident John F. Kennedy und seinem Bruder Robert F. Kennedy. Ihr Auftritt bei der Geburtstagsgala des Präsidenten im Mai 1962, bei dem sie ein hauchdünnes, funkelndes Kleid trug und „Happy Birthday, Mr. President“ hauchte, prägte sich in das kollektive Gedächtnis ein und befeuerte Gerüchte. Wenige Monate später, am 4. August 1962, wurde Marilyn Monroe tot in ihrem Haus in Brentwood, Los Angeles, aufgefunden. Sie war 36 Jahre alt. Die offizielle Todesursache lautete „wahrscheinlicher Suizid“ durch eine akute Barbituratvergiftung. Die genauen Umstände ihres Todes sind bis heute Gegenstand von Spekulationen, die zu ihrem Mythos beitragen. Eine ausführliche Biografie legte der Autor Donald Spoto 1993 vor, die viele Mythen zu entkräften versuchte und als Standardwerk gilt (siehe Verlagsseite). Ihre Filmografie ist auf Portalen wie IMDb vollständig dokumentiert.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde Marilyn Monroe geboren und wann starb sie?
Marilyn Monroe wurde am 1. Juni 1926 in Los Angeles, Kalifornien, als Norma Jeane Mortenson geboren. Sie starb im Alter von 36 Jahren am 4. August 1962 in ihrem Haus in Brentwood, einem Stadtteil von Los Angeles.
Wofür ist Marilyn Monroe bekannt?
Marilyn Monroe ist bekannt als eine der größten Filmikonen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde zum Weltstar durch Filme wie „Blondinen bevorzugt“ und „Manche mögen’s heiß“, für den sie einen Golden Globe als beste Hauptdarstellerin erhielt.
War Marilyn Monroe verheiratet und hatte sie Kinder?
Marilyn Monroe war dreimal verheiratet: mit James Dougherty (1942–1946), dem Baseball-Star Joe DiMaggio (1954) und dem Dramatiker Arthur Miller (1956–1961). Sie hatte keine Kinder, erlitt während ihrer Ehe mit Miller jedoch mehrere Fehlgeburten.
Welche Schauspielmethode verfolgte Marilyn Monroe?
Unzufrieden mit ihrem Image, studierte Marilyn Monroe in New York am Actors Studio unter Lee Strasberg. Sie wurde eine Verfechterin des „Method Acting“, einer Technik, die auf der emotionalen Wahrheit und den persönlichen Erfahrungen des Schauspielers basiert.
Was war die Todesursache von Marilyn Monroe?
Die offizielle Todesursache war eine akute Barbituratvergiftung, die als „wahrscheinlicher Suizid“ eingestuft wurde. Die genauen Umstände ihres Todes sind jedoch bis heute umstritten und Gegenstand zahlreicher Spekulationen und Theorien.
Welchen Einfluss hat Marilyn Monroe auf die Nachwelt?
Ihr Einfluss reicht weit über ihre Filme hinaus. Sie prägte Modetrends und wurde zu einer bleibenden Popikone, deren Bild von Künstlern wie Andy Warhol aufgegriffen wurde. Sie bleibt ein Symbol für den Glamour Hollywoods, aber auch für dessen zerstörerische Kräfte.
Normdaten und externe Verzeichnisse
Quellen und weiterführende Literatur
- Spoto, D. (1993). Marilyn Monroe: The Biography. Chatto & Windus.
- Banner, L. (2012). Marilyn: The Passion and the Paradox. Bloomsbury.
- Mailer, N. (1973). Marilyn: A Biography. Grosset & Dunlap.