Katharine Hepburn (12. Mai 1907 – 29. Juni 2003) war eine US-amerikanische Schauspielerin und über sechs Jahrzehnte eine dominante Persönlichkeit Hollywoods. Sie ist die einzige Darstellerin, die viermal den Oscar als beste Hauptdarstellerin gewann. Ihre Rollenwahl und ihr unkonventioneller Lebensstil machten sie zu einer kulturellen Ikone.
Sie trug Hosen, als Frauen Kleider tragen sollten. Sie sprach mit einer schneidenden Präzision, die man in Connecticut erlernte und am Theater schliff, nicht in den Studios von Hollywood. Katharine Hepburn war keine Erfindung der Traumfabrik; sie war eine Naturgewalt, die sich entschied, vor der Kamera zu agieren. Ihre Karriere umspannte mehr als sechzig Jahre, eine Zeitspanne, in der sie Stars kommen und gehen sah, während sie blieb. Sie sammelte Auszeichnungen, ohne je zu einer Preisverleihung zu erscheinen, und pflegte eine private Partnerschaft, die öffentlich ein offenes Geheimnis war. Ihre Weigerung, sich den Konventionen zu beugen, betraf nicht nur ihre Garderobe, sondern die Essenz ihrer Arbeit: Sie wählte Rollen, die Intelligenz und Widerstandsfähigkeit erforderten, und prägte damit das Bild der modernen Frau auf der Leinwand.
Ihre Leinwandpräsenz war eine Mischung aus aristokratischer Kühle und verletzlicher Intensität, eine Kombination, die Regisseure und Publikum gleichermaßen herausforderte und fesselte.
Inhalt (5)
| Jahr | Film / Stück | Rolle / Funktion | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| 1933 | Morgenrot des Ruhms | Eva Lovelace (Hauptdarstellerin) | Erster von vier Oscars; etablierte sie als aufstrebenden Star. |
| 1938 | Leoparden küßt man nicht | Susan Vance (Hauptdarstellerin) | Zunächst ein Flop, heute ein Klassiker der Screwball-Komödie. |
| 1940 | Die Nacht vor der Hochzeit | Tracy Lord (Hauptdarstellerin) | Fulminantes Comeback, das ihre Karriere rettete und neu definierte. |
| 1951 | African Queen | Rose Sayer (Hauptdarstellerin) | Ikonische Rolle neben Humphrey Bogart; erste Oscar-Nominierung in Farbe. |
| 1967 | Rat mal, wer zum Essen kommt | Christina Drayton (Hauptdarstellerin) | Zweiter Oscar; letzter gemeinsamer Film mit Spencer Tracy. |
| 1968 | Der Löwe im Winter | Eleonore von Aquitanien (Hauptdarstellerin) | Dritter Oscar; eine Tour-de-Force-Darbietung als historische Figur. |
| 1981 | Am goldenen See | Ethel Thayer (Hauptdarstellerin) | Vierter und letzter Oscar; ein berührender Film über das Altern. |
Herkunft in Hartford
Geboren am 12. Mai 1907 in Hartford, Connecticut, wuchs Katharine Hepburn in einem intellektuellen und liberalen Haushalt auf. Ihr Vater war ein angesehener Chirurg, ihre Mutter eine engagierte Suffragette. Der frühe, tragische Tod ihres Bruders Tom prägte ihre Jugend zutiefst.
Das Haus der Hepburns war ein Ort des freien Denkens. Die Kinder wurden ermutigt, ihre Meinung zu äußern, Sport zu treiben und sich zu bilden. Diese Erziehung formte eine Furchtlosigkeit, die zu ihrem Markenzeichen wurde. Der Schock traf die Familie am 3. April 1921, als die dreizehnjährige Katharine ihren älteren Bruder Tom tot auffand. Die Familie sprach von einem Unfall, doch die Umstände deuteten auf einen Suizid hin. Dieses Ereignis stürzte sie in eine tiefe Depression und führte dazu, dass sie über Jahre den Geburtstag ihres Bruders als ihren eigenen angab. Sie zog sich zurück, wurde von Privatlehrern unterrichtet, bevor sie am Bryn Mawr College, einer renommierten Frauenhochschule, Philosophie und Geschichte studierte. Dort, auf der College-Bühne, fand sie ihre Bestimmung.
Vom Broadway zum Kassengift
Ihre Schauspielkarriere begann 1928 am Broadway. Nach einem schnellen Aufstieg in Hollywood und einem Oscar für *Morgenrot des Ruhms* (1933) folgte eine Serie von Misserfolgen. 1938 wurde sie von Kinobetreibern offiziell als „Kassengift“ bezeichnet, was ihre Karriere bei RKO Pictures beinahe beendete.

Der Weg nach Hollywood war kurz. Nach ersten Theaterrollen in Baltimore und New York fiel sie einem Talentscout auf. Ihr Leinwanddebüt gab sie 1932 in *Eine Scheidung* unter der Regie von George Cukor, der zu einem lebenslangen Freund und wichtigen künstlerischen Partner wurde. Bereits ihr dritter Film, *Morgenrot des Ruhms*, brachte ihr den ersten Oscar ein. Der Erfolg war unmittelbar, aber brüchig. Das Publikum und die Presse empfanden ihre unnahbare Art und ihre Weigerung, das Spiel der Studios mitzuspielen, als Arroganz. Sie gab selten Interviews und trug Hosen in einer Zeit, in der dies als Provokation galt. Filme wie die heute geschätzte Screwball-Komödie *Leoparden küßt man nicht* (1938) mit Cary Grant fielen an den Kinokassen durch. Als RKO ihr nur noch Nebenrollen anbot, kaufte sie sich aus ihrem Vertrag frei. Sie verließ Hollywood.
Sie verstand Schauspiel nicht als Verwandlung, sondern als Enthüllung des eigenen, unbeugsamen Kerns.
Spencer Tracy und Katharine Hepburns zweiter Akt
Mit dem Bühnenstück *The Philadelphia Story* initiierte Hepburn 1939 ihr eigenes Comeback. Sie erwarb die Filmrechte und verkaufte sie an MGM unter der Bedingung, die Hauptrolle zu spielen. Der Film *Die Nacht vor der Hochzeit* (1940) wurde ein Triumph und markierte den Beginn ihrer erfolgreichsten Schaffensphase.

Es war ein kalkulierter, brillanter Zug. Die Rolle der Tracy Lord war ihr auf den Leib geschrieben, eine Frau von Stand und Scharfsinn. Der Film machte sie wieder zu einem der größten Stars in Hollywood. Kurz darauf, bei den Dreharbeiten zu *Die Frau, von der man spricht* (1942), traf sie auf Spencer Tracy. Ihre erste Begegnung ist überliefert. Sie sagte zu ihm: „Ich fürchte, ich bin etwas zu groß für Sie, Mr. Tracy.“ Er erwiderte: „Keine Sorge, ich werde Sie schon auf Ihr Maß stutzen.“ Es war der Beginn einer der bekanntesten Partnerschaften der Filmgeschichte. Sie drehten neun Filme zusammen, darunter *Ehekrieg* (1949) und *Pat und Mike* (1952). Ihre private Beziehung hielten sie diskret, da Tracy verheiratet und katholisch war. Sie war sein Halt in Jahren schwerer Alkoholprobleme und Depressionen. In dieser Zeit festigte sie ihren Ruf als Charakterdarstellerin, unvergesslich in John Hustons *African Queen* (1951) an der Seite von Humphrey Bogart, eine Rolle, die ihr eine weitere Oscar-Nominierung einbrachte.
Vier Oscars und ein stiller Abschied
In der Spätphase ihrer Karriere erhielt Katharine Hepburn drei weitere Oscars: für *Rat mal, wer zum Essen kommt* (1967), *Der Löwe im Winter* (1968) und *Am goldenen See* (1981). Sie zog sich Mitte der 1990er-Jahre von der Schauspielerei zurück und starb 2003 im Alter von 96 Jahren.
Die fünf Jahre vor *Rat mal, wer zum Essen kommt* hatte sie pausiert, um den schwerkranken Spencer Tracy zu pflegen. Der Film wurde ihr letztes gemeinsames Projekt. Tracy starb nur 17 Tage nach Abschluss der Dreharbeiten. Hepburn sah sich den fertigen Film nie an. Ihr zweiter Oscar kam 34 Jahre nach dem ersten. Nur ein Jahr später folgte der dritte für ihre machtvolle Darstellung der Eleonore von Aquitanien in *Der Löwe im Winter*. Sie war auf dem Gipfel ihrer Kunst, eine Darstellerin von enormer Kraft und Präzision. Den vierten Filmpreis gewann sie für ihre Rolle an der Seite von Henry Fonda in *Am goldenen See*, einem melancholischen Drama über das Altern und die Familie. Zu keiner der vier Oscar-Verleihungen erschien sie persönlich. Sie sagte: „Für mich ist die Arbeit die Belohnung.“ Ihre letzten Rollen spielte sie im Fernsehen und in dem Liebesfilm *Perfect Love Affair* (1994). Ihre letzten Jahre verbrachte sie zurückgezogen in ihrem Haus in Old Saybrook, Connecticut, dem Ort, an dem sie aufgewachsen war. Sie starb am 29. Juni 2003. Mehr zu ihrer Filmografie findet sich in der Encyclopædia Britannica.
Häufig gestellte Fragen
Wann wurde Katharine Hepburn geboren und wann starb sie?
Katharine Hepburn wurde am 12. Mai 1907 in Hartford, Connecticut, geboren. Sie starb am 29. Juni 2003 im Alter von 96 Jahren in ihrem Haus in Old Saybrook, Connecticut, dem langjährigen Familiensitz, an den sie sich in ihren letzten Lebensjahren zurückzog.
Wofür ist Katharine Hepburn bekannt?
Katharine Hepburn ist bekannt für ihre rekordverdächtigen vier Oscars als beste Hauptdarstellerin und ihre über 60 Jahre umspannende Karriere. Sie verkörperte starke, intelligente Frauen und wurde durch ihren unkonventionellen Lebensstil zu einer kulturellen Ikone.
Welche waren ihre wichtigsten Filme?
Zu ihren wichtigsten Filmen zählen *Morgenrot des Ruhms* (1933), *Leoparden küßt man nicht* (1938), *Die Nacht vor der Hochzeit* (1940), der Abenteuerklassiker *African Queen* (1951) sowie ihre späten Oscar-Erfolge *Der Löwe im Winter* (1968) und *Am goldenen See* (1981).
Wer war Spencer Tracy in ihrem Leben?
Spencer Tracy war ihr langjähriger Schauspielpartner und Lebensgefährte. Sie drehten neun Filme zusammen und führten von 1941 bis zu seinem Tod 1967 eine private, intensive Beziehung. Da Tracy verheiratet und katholisch war, heirateten die beiden nie.
Warum hat sie vier Oscars gewonnen, aber nie einen abgeholt?
Sie gewann Oscars für *Morgenrot des Ruhms* (1933), *Rat mal, wer zum Essen kommt* (1967), *Der Löwe im Winter* (1968) und *Am goldenen See* (1981). Hepburn lehnte den öffentlichen Wettbewerb unter Schauspielern ab und erschien nie bei einer Verleihung.
Was war das Besondere an ihrem Stil?
Ihr Stil war für die damalige Zeit prägend. Sie trug bevorzugt Hosen und maßgeschneiderte Hemden statt Kleider, was ihr Image als selbstbestimmte und nonkonformistische Frau unterstrich. Ihr burschikoser und zugleich eleganter Look beeinflusste die Mode nachhaltig.
Normdaten und externe Verzeichnisse
Quellen und weiterführende Literatur
- Hepburn, Katharine (1991). Me: Stories of My Life. Knopf.
- Berg, A. Scott (2004). Kate Remembered. G.P. Putnam's Sons.
- Leaming, Barbara (1995). Katharine Hepburn. Crown Publishers.